Pflegestelle werden: Das müssen Sie mitbringen
Wenn Sie eine oder gar mehrere Katzen für eine gewisse Zeit, oftmals nur wenige Wochen, bei sich aufnehmen können, erhöhen sich die Chancen auf eine passende Vermittlung immens, weil sich das Tier vor Ort befindet und wir darüber hinaus konkrete Informationen über sein Verhalten sammeln können.
Es wäre schön, wenn eines dieser bedauernswerten Wesen bis zu seiner Vermittlung bei Ihnen vorübergehend ein liebevolles Zuhause finden würde. Dieses Tier wird es Ihnen tausendfach danken.
Sollten Sie Interesse daran haben, Pflegestelle zu werden, treten Sie einfach mit uns in Verbindung.
Nutzen Sie dazu entweder das Kontaktformular oder schreiben sie uns eine
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
.
Danke, dass Sie mithelfen möchten!
1. Voraussetzung: Herz und Verstand!
Um eine Pflegestelle anzubieten, sollten Sie ein großes Herz für Tiere haben. Der Grund für eine Pflegestelle sollte Tierschutz sein. Das klingt zwar selbstverständlich, ist es aber leider nicht immer. Tatsächlich gibt es Fälle und vermeintliche Tierfreunde, die sich einen finanziellen Vorteil durch die Vermittlung erhoffen; die Aufnahme und Vermittlung geschieht dann leider manchmal auf Kosten der Tiere.
2. Voraussetzung: Zeit
Als Pflegestelle sollte man dem Tier vor allem in den ersten Tagen nach der Aufnahme möglichst viel Zeit widmen können. Je genauer man das Tier kennenlernt, desto besser können wir potentiellen Interessenten Auskunft geben - einerseits, um eventuelle Folgen von Reisestress zu erkennen, andererseits, um möglichst viele Informationen sammeln zu können. Im Optimalfall können Sie sich bei Ankunft des Pflegetieres ein paar Tage Urlaub nehmen.
3. Voraussetzung: Ausdauer
Es ist nie vorhersehbar, wie schnell ein Tier vermittelt werden kann. Häufig werden schon nach kurzer Zeit Interessenten ausgemacht, manchmal kann es aber auch mehrere Wochen oder Monate dauern, bis das Tier endgültig vermittelt ist. Alles das sollte man einplanen, wenn man sich als Pflegestelle zur Verfügung stellen will. Eine Pflegestelle ist daher nur dann eine echte Hilfe, wenn das Tier bis zur endgültigen Vermittlung dort untergebracht werden kann.
4. Voraussetzung: Platz
Stellen Sie sicher, dass Sie genügend Platz haben und das Tier sich auch zurückziehen kann. Bei Mietraum sollten Sie unbedingt eine schriftliche Genehmigung des Vermieters einholen.
5. Zusammenleben: Zusammenführung/Separieren
Man sollte, wenn möglich, das neu hinzugekommen Tier mindestens 2 Wochen separieren, um Krankheiten auszuschließen. Die Inkubationszeit der meisten, "gängigen" Krankheiten ist kürzer, sodass man durch die Separierung eine sehr hohe Sicherheit hat, dass den alteingesessenen Katzen nichts passiert, eine einhundertproentige kann es nie geben. Die Spearierung ist aauch keine Pflicht, aber in den meisten Fällen zu empfehlen.
Durch die separierte Haltung hat man eine bessere Kontrolle über die Futtermenge die das Tier zu sich nimmt, sowie über die Klogewohnheiten. Danach kann man eine Zusammenführung wagen.
Hier einige Tipps zur Zusammenführung:
1. Haben sie genügend Katzenklos? (Faustregel immer 1 Klo mehr als Katzen da sind)
2. Gibt es genug Rückzugsmöglichkeiten und Liegeplätze?
3. Genügend Fress- und Trinknäpfe aufstellen.
4. Feliway-Stecker zur Unterstützung anbringen wenn gewünscht
Am Tag der Zusammenführung schon Baldriantee für Dosi bereit halten, Tür öffnen und dem Alltag nachgehen.
Es faucht und knurrt?
Ignorieren sie es, das ist Unsicherheit, schließlich kennen sich die Katzen noch nicht und müssen sich erst kennenlernen.
Verhalten sie sich so natürlich wie möglich, als wenn nichts ist, dann geht es sicher schneller als wenn sie angespannt und nervös sind, das überträgt sich auf die Katzen.
Wenn sie gar nicht wegsehen können, gehen sie raus und lassen die Tiere alleine, die machen das eh besser wenn sie weg sind.
Bitte trennen sie die Katzen nicht nur weil sie sich mal eine aufs Dach hauen, das überleben die Mietzen und gehört dazu, auch kleine Kratzer gehören dazu, solange keine großen blutendenden Wunden entstehen ist alles im normalen Rahmen.
Wenn die Zusammenführung geglückt ist, sollte das Tier ein vollwertiges Mitglied der Katzengruppe sein.
Aufgaben
Alle Aufgaben zur Betreuung eines eigenen Tieres sollten Sie auch für Pflegetiere einplanen. Stellen Sie sich idealerweise einfach vor, es wäre ihre eigene Katze. Es gibt nur einen wesentlichen Unterschied: Planen Sie von Anfang an ein, sich wieder von dem Tier trennen zu müssen! Aus welchem Grund ist dieser Unterschied kompliziert? Fragen Sie die vielen Pflegestellen, die das Tier behalten haben, weil eine Vermittlung ihnen sonst das Herz gebrochen hätte…
Zu den Aufgaben einer Pflegestelle gehört es, das Tier mit zukünftigen Umweltreizen vertraut zu machen. Umso besser sind die Vermittlungschancen. Viele verhaltensproblematische Tiere (meistens sind es Angststörungen) können in Pflegestellen therapiert werden. Pflegestellen, die dafür nicht speziell qualifiziert sind und besonders darauf eingestellt sind, sollten davon Abstand nehmen, verhaltensgestörte Tiere aufzunehmen.
Für die Zeit, in der das Tier bei Ihnen ist, tragen Sie die volle Verantwortung. Kalkulieren Sie ein, dass Sie unter Umständen für einen längeren Zeitraum für Futter und Zubehör aufkommen müssen. Die übliche Katzenausstattung (Futternapf, Korb, Kratzbaum, Spielzeug, Zeckenzange, etc.) sollte vorhanden sein und wird von der Pflegestelle gestellt. Für die Haftpflichtversicherung ist die Pflegestelle selbst verantwortlich. Auch Kosten für tierärztliche Behandlungen müssen eingeplant werden.
Vermittlung
Wenn man ein Pflegetier über eine Organisation aufgenommen hat, wird diese einen auch bei der Vermittlung unterstützen, aber Eigeninitiative ist bestimmt gerne gesehen. Auch hier im Katzennetzwerk werden sie bestimmt Unterstützung und Tipps für die Vermittlung finden.
Herzlichen Dank an Manu1975 aus dem Zooplus-Forum für das Schreiben dieses Beitrages
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 10:19 Uhr

...dass Katzen abhängig von Aktivität, Alter und kastriert sein oder nicht im Schnit ca. 50kcal pro Kilogramm Körpergewicht und Tag benötigen? 