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Aktuelle Seite: HomeInfosRund um die KatzeGiftpflanzen

Giftpflanzen

Grundsätzliches

Glücklicherweise erleidet eine Katze sehr selten Vergiftungen, die durch Pflanzen verursacht werden. Die Fleischfresserin kennt ihren Speisezettel ganz gut, und vegetarische Nahrung steht da nicht drauf. Ihr zielsicherer Instinkt lässt sich ganz gut beobachten, wenn man eine Freigängerkatze in den Garten begleitet, wo sie ganz bestimmte Pflanzen ansteuert. Die Katze weiß etwa, dass das Knabbern an Grashalmen als natürliches Brechmittel hilft, um Haarballen auszuwürgen. Wer Katzenminze (Nepeta cataria) im Garten hat, kann gut beobachten, wie ein schläfriger Stubentiger plötzlich hellwach wird und sich wolllüstig in der buschigen kleinen Pflanze wälzt und vielleicht auch zubeißt.

giftpflanzen 3

Das darf die Katze, denn der offenbar betörende Duft ist auch in Katzenspielzeug enthalten und ungiftig. Die weit verbreitete Meinung, dass diese Eigenschaft auch für Baldriangewächse (Valeriana) zutrifft, ist nicht ganz korrekt. Die für den Menschen beruhigend wirkende Pflanze löst bei der Katze nämlich das Gegenteil aus, ähnlich einem Sexuallockstoff. Wer seiner Katze aber Gutes tun will, lässt sie nur selten an diesem Kraut schnuppern. Denn die Aufnahme von Baldrian – auch als Tropfen im Trinkwasser – kann die Mietze süchtig machen. Nicht nur dieses Beispiel zeigt, dass Pflanzen auf Mensch und Tier oft unterschiedliche Wirkung haben. Während beispielsweise Zwiebeln oder Schnittlauch den menschlichen Speiseplan bereichern, wirkt deren Verzehr auf Katzen leicht toxisch.

Katzen in freier Natur interessieren sich eher nicht für Pflanzen, bei Wohnungskatzen muss man das Gefahrenpotential relativieren. Es ist zwar kaum zu befürchten, dass Katzen größere Mengen davon fressen. Es schmeckt ihnen einfach nicht und wird ausgespuckt. Wer aber kann schon für den Spieltrieb seiner Katze garantieren? Wer weiß, auf welche Ideen gelangweilte Fellchen kommen, wenn sie unbeaufsichtigt sind? Und Unfälle können nicht nur durch das Fressen giftiger Pflanzenteile entstehen. Beispiel: Die den Säulenkakteen ähnlich sehenden Euphorbien könnten als Kletterbaum mißbraucht werden. Katzi krallt sich auf der Pflanze fest und der weiße Milchsaft läuft aus. Wenn dann die Pfoten abgeleckt werden, ist es passiert - Wolfsmilchgewächse sind allesamt toxisch. Apropos Kakteen: Bis auf sehr wenige, im Handel kaum erhältlichen Exemplare, sind diese nicht giftig. Dennoch sollten sich Katzenbesitzer sehr genau überlegen, ob und wo ein Kaktus hingestellt wird. Gefahr entsteht weniger, wenn die Katze mit der Pflanze pfötelt. Sie weiß, dass der Stachel piekst und meidet ihn nach einmal gemachter Erfahrung. Was aber geschieht, wenn Kätzchen auf der Fensterscheibe eine Mücke entdeckt und auf die Fensterbank springt, auf der ein Kaktus steht? Richtig, sie vergisst alles – und das kann buchstäblich ins Auge gehen! Nicht zu unterschätzen ist auch die Standfestigkeit von Pflanztöpfen. Das Risiko, beim Klettern von einem umkippenden Blumentopf verletzt zu werden ist mindestens ebenso groß wie das Knabbern an Pflanzen. Wichtig! Insbesondere bei Jungtieren ist erhöhte Vorsicht geboten. Kitten sind unberechenbar, alles ist neu und alles muss ausprobiert werden. Das  Knabbern an Giftpflanzen (insbesondere solcher mit wedelartigen Blättern) oder das Umwerfen instabiler Pflanztöpfe gehört leider dazu.

Auswahlkriterien toxischer Pflanzen

Der Schwerpunkt ist Zimmer- und Kübelpflanzen gewidmet, da im häuslichen Umfeld wohl die meisten Unfälle passieren. Aufgenommen werden Pflanzen, die für Katzen schädlich sind. Das bedeutet beispielsweise: Die Palmlilie (Yucca elephantipes) ist für alle Haustiere, nicht aber für Menschen giftig. Pflanzen, die ausschließlich bei Menschen Schaden anrichten können, werden nicht genannt. Andere Pflanzen wiederum sind für Vögel oder Kleintiere, nicht jedoch für Katzen giftig. Auch diese bleiben hier unberücksichtigt.

Man sollte zwischen schwach bis mäßig giftigen und stark giftigen Pflanzen unterscheiden. Möglicherweise merken Katzenbesitzer nicht sofort, wenn ihre Katze an einer mäßig giftigen Pflanze geknabbert hat – und wundern sich, warum sie speichelt oder erbricht. Ob bei einer Vergiftung durch mäßig toxische Pflanzen ein Tierarztbesuch fällig ist, sollte situativ entschieden werden.giftpflanzen 4 Sicherer ist es allemal, da Vergiftungssymptome – entsprechend der verursachenden Toxine – nicht einheitlich sind und womöglich nicht zugeordnet werden können. Beim Fressen von stark toxischen Pflanzen ist der Gang zum Tierarzt zwingend. Tiermediziner verfügen über Fachliteratur, in der die richtige Therapie für das auslösende Gift beschrieben ist. Pflanzengifte haben sehr unterschiedliche Auswirkungen, etwa Schleimhautreizungen, Durchfall, Erbrechen, Koliken, Fieber, Krämpfe und Schädigung vieler Organe. Ob das Herbeiführen von Erbrechen eine ausreichende Behandlung ist, muss der Tierarzt aufgrund des auslösenden Toxins entscheiden – sofern er die Information hat, welche Pflanze die Katze gefressen hat.

Der dritte Teil der Liste beschäftigt sich mit Freilandpflanzen. Hierbei werden allerdings nur stark giftige Gartenpflanzen aufgeführt, die für Katzen zur ernsten Gefahr werden können.

Korrekterweise muss gesagt werden, dass nicht immer alle Pflanzenteile giftig sind. Die Unterscheidung der Toxizität (oberirdischer) Pflanzenteile wird nur dann genannt, wenn bestimmte Teile giftiger sind als andere. Wenn nur Wurzeln, Samen oder Beeren einer Pflanze giftig sind, wird an entsprechender Stelle darauf hingewiesen.

Übrigens: Bei der Durchsicht neuerer Literatur fällt auf, dass bei Katzen  - im Vergleich zu allen anderen Tieren – die Vergiftungsgefahr am geringsten ist. Weidetiere (durch Fressen der Pflanzen) und auch Hunde (durch Apportieren von Stöckchen) sind wesentlich häufiger von Giftunfällen betroffen. Dennoch: Bei Katzen können schwere Organschäden auftreten, wenn eine ernsthafte Vergiftung nicht tierärztlich behandelt wird!
Für die Erstauskunft im Vergiftungsfall sind die Kontaktdaten der bundesweiten Notrufzentralen unten aufgeführt.

 

Schwach und mäßig giftige Zimmer- und Kübelpflanzen

A

Acalypha hispida – Fuchsschwanz, Katzenschwanz; Aloe vera – Aloe (nur die Schale)

B

Begonia gracilis, Begonia rex – Begonie

C

Clivia miniata – Klivie (Knollen sind stark giftig), Riemenblattt; Codiaeum variegatum – Wunderstrauch, Kroton; Cycas revolta – Palmfarn (Samen und Wurzel sind stark giftig); Cyclamen persicum – Alpenveilchen (Knollen sind stark giftig)

F

Ficus benjamina – Birkenfeige; Ficus elastica – Gummibaum

H

Hippeastrum – Ritterstern, Amaryllis

K

Kalanchoe blossfeldiana – Flammendes Kätchen

L

Lantana camara – Wandelröschen

M

Monstera deliciosa – Fensterblatt

P

Primula obconica - Becherprimel

S

Sanseviera trifasciata – Bogenhanf; Scindapsus (alle Arten) – Efeutute; Solanum Pseudocapsicum – Korallenbäumchen (unreife Früchte sind stark giftig); Syngonium podophyllum – Purpurtute; Spatiphyllum floribundum – Einblatt

Z

Zantedeschia aethiopica – Zimmercalla

 

Stark giftige Zimmer – und Kübelpflanzen

A

Adenium obesum – Wüstenrose (tödlich giftig); Aglaonema communatum – Kolbenfaden; Anthurium scherzerianum – Flamingoblume

B

giftpflanzen 1Brugmansia (syn. Datura, alle Arten) – Engelstrompete

D

Dieffenbachia seguine – Dieffenbachie (führt sehr häufig zu schweren Vergiftungen); Dracaena deremensis – Drachenbaum

E

Euphorbia (alle Arten) – beispielsweise Christusdorn, Weihnachtsstern

G

Gloriosa suberba – Prachtlilie (Samen sind tödlich giftig)

I

Ipomoea (alle Arten) – Prunkwinde

N

Nerium oleander – Oleander (tödlich giftig)

P

Persea americana – Avocado; Philodendron scandens – Baumfreund

R

Ricinus communis – Rizinus (nur Samen)

Y

Yucca elephantipes – Palmlilie

 

Stark giftige Freilandpflanzen

A

Aconitum napellus – Blauer Eisenhut; Atropa belladonna – Tollkirsche

B

Bryonia alba – Weiße Zaunrübe; Buxus sempervirens – Buchsbaum

C

Cicuta virosa – Wasserschierling; Colchicum autumnale – Herbstzeitlose; Conium maculatum – Gefleckter Schierling; Convallaria majalis – Maiglöckchen

D

Daphne mezereum – Seidelbast; Digitalis (alle Arten) – Fingerhut

E

Eranthis hyemalis – Winterling; Eonymus europaea – Pfaffenhütchen

H

Helleborus (alle Arten) – Nieswurz (tödlich giftig); Hedera felix – Efeu (Beeren); Heracleum mantegazzianum – Herkuleskraut

I

Ilex aquifolium – Stechpalme

L

Lilium longiflorum – Osterlilie; Lonicera caprifolium – Jelängerjelieber

T

Taxus baccata – Gemeine Eibe

 

Emfohlene Literatur
  • Gerhard Habermehl und Petra Ziemer, Giftpflanzen und Intoxikationen in der tierärztlichen Praxis, Hannover 2009
  • Heike Boomgaarden, Giftpflanzen in Haus und Garten, Stuttgart 2010

 

Noch gut zu wissen

Ein Wort zu Schnittblumen: Einige Sorten wirken auf Katzen mäßig toxisch, beispielsweise Tulpen oder Narzissen. Die Giftstoffe können sich auch im Blumenwasser ablagern, welches möglicherweise von Katzen getrunken wird. Zusatzstoffe, die wegen längerer Haltbarkeit ins Blumenwasser gegeben werden, sind gleichfalls gefährlich für die giftpflanzen 2Mietzen.

Wenn bekannt ist, dass bei einer Pflanze nur die Wurzel oder das Rhizom giftig ist, kann man einfache Abhilfe gegen das Ausbuddeln der Blumentöpfe schaffen. In Garten – und Baumärkten gibt es weiche, gut formbare Kokosmatten zu kaufen, die normalerweise zum Frostschutz von Freilandpflanzen gedacht sind. Diese schneidet man in der gewünschten Blumentopfgröße zu und legt sie auf die Erde. Muss beim Gießen nicht entfernt werden. Die Kokosmatten haben noch einen weiteren Vorteil: Manche Katzen neigen dazu, aus purem Übermut Pflanztöpfe auszubuddeln oder gar darin zu pieseln. Mit der Matte abgedeckt, hat Katzi dazu keine Lust mehr und lässt die Pflanze in Ruhe. Den gleichen Effekt erzielt man mit Deko-Kieselsteinen aus dem Baumarkt. Das erhöht gleichzeitig die Standfestigkeit, ist aber etwas umständlich beim Umtopfen.

Einige Zimmerpflanzen (und Freilandpflanzen sowieso) neigen zu Schädlingsbefall. Besonders im Winter können sich wegen Lufttrockenheit ungewollte tierische Mitbewohner in der Pflanze einnisten. Das Versprühen toxischer Löungen gegen den Befall verbietet sich natürlich. Erste-Hilfe-Maßnahme ist dann das Einsprühen der Pflanze mit einem Wasserzerstäuber, dem man ein paar Tropfen Spülmittel beigemischt hat. Mit etwas Glück ist das Problem (etwa bei Spinnmilben oder Thripsen) schon erledigt. Wer ganz sicher gehen will oder auch weitere Verwendung im Garten dafür hat, kann sich eine völlig ungiftige Sprühlösung herstellen, nämlich mit dem Produkt „Elefant-Sommeröl“ (im Gartenfachhandel oder Internet erhältlich). Alternativ gibt es gegen Schädlinge sogenannte Kombistäbchen, die mittels Applikator tief in die Erde gesteckt werden. Das ist im Winter jedoch die schlechtere Alternative, da durch die gleichzeitige unerwünschte Düngung die Pflanze irritiert wird.

 

Giftnotrufzentralen (Tag und Nacht erreichbar)
  • Berlin, Telefon 030/19240
  • Bonn, Telefon 0228/19240
  • Erfurt, Telefon 0361/730730
  • Freiburg, Telefon 0761/19240
  • Göttingen, Telefon 0551/19240
  • Homburg/Saar, Telefon 06841/19240
  • Mainz, Telefon 06131/19240
  • München, Telefon 089/19240
  • Nürnberg, Telefon 0911/3982451 oder 0911/3983478

Und hier noch ein interessanter Link zu diesem Thema: http://www.botanikus.de/Botanik3/Tiere/Katzen/katzen.html
Ein Klick auf den deutschen oder lateinischen Namen verweist auf die Pflanzenbeschreibung mit Bild.

 

Bildquellen:
Bild 1 von oben - Tommy von Katzennetzwerkerin tomsel
Bild 2 von oben - Boris von Katzennetzwerker OrientalCats
Bild 3 von oben - Charlie von ehemaliger Katzennetzwerkerin lammi88
Bild 4 von oben - Brummi von Katzennetzwerkerin schneckenzahn

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 09. August 2017 14:43

Gutscheinaffe - Weltkatzentag

Eure Meinung über KNW...

Hallo Ihr Lieben,
also, was soll ich sagen, alle Kitten sind weg!!!
Misi und Manchitas werden am Sonntag abgeholt.
Ich danke euch noch mal vielmals für eure Mühe. Es haben sich auf die Inserate eine Menge Leute gemeldet.
Wir freuen uns, dass wir alle so gut unter haben.

- LG Sylvia "mitohne" Misi, Manchitas, Tigre, Daira und Shiru

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Wusstest Du schon...

Katzennetzwerk - Wussten Sie schon... ...dass die Geschlechtsreife einer Katze bereits im Alter von vier bis fünf Monaten eintreten kann? Hilf' mit, Katzen zu helfen! Thema Frühkastration!  (externer Link)

Gut zitiert...

Katzenzitat der Woche"Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz überhaupt geschaffen werden musste."
(Theodor Heuss)
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