Flughafen Frankfurt, Abholbereich. Zusammen mit meinem Mann stehe ich in der Wartehalle des Terminal 1 und warte auf die Landung einer Maschine aus Alicante. Es ist Donnerstag abend, und der Wartebereich ist voller Angehöriger von Urlaubern, die ihre Lieben nach der Rückreise vom Flughafen abholen. Vereinzelt sieht man Menschen in Business-Outfit mit Namensschildern in der Hand, die Geschäftsreisende abholen.
Mit uns zusammen wartet der neue Besitzer von zwei Katzen, die aus einer Tierschutz-Auffangstation in Spanien kommen. Er ist schon ganz aufgeregt, denn bis jetzt hat er seine zukünftigen vierbeinigen Mitbewohnerinnen nur auf Bildern gesehen und hat in Gesprächen mit der Tierschutzorganisation einiges über ihre bisherigen Lebensumstände und ihren Charakter erfahren. Die beiden Katzen, Tuilla und Lara, sind zwei ganz Hübsche, eine braun-sandfarben mit Abessinier-Fellzeichnung, ihre Schwester ist schildpatt-farben mit einem cremefarbenem Beinchen. Sie werden es gut haben in ihrem neuen Zuhause, davon bin ich überzeugt, als ich den neuen Besitzer kennenlerne. Bis nach Karlsruhe geht die Fahrt heute abend noch, aber dann haben sie es geschafft!
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uf der Infotafel sehen wir, dass die Maschine gelandet ist. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Dann kommen die ersten Fluggäste raus, und unser Begleiter ist nicht mehr zu halten. Wir sehen den Flugpaten schon von weitem, er ist unschwer zu erkennen an den drei Transportboxen auf seinem Gepäckwagen. Jetzt bin ich auch gespannt, die beiden Katzen „live“ zu sehen, die ich von den Bildern schon länger kenne. Ich schaue in die Boxen und bin erstmal erstaunt, wie klein Lara ist. Aber klar, sie ist erst etwa ein Jahr alt, noch nicht ganz ausgewachsen. Auf den Bildern sah sie so groß aus, aber das täuscht oft.Wir sind hier, um einen mitgebrachten Hund abzuholen und per Fahrkette ein Stück zu seiner Pflegestelle zu bringen. Matuso, ein recht kleiner Spitz-Mischling, ist ganz brav. Er wurde in Spanien auf der Straße aufgelesen, wo er verzweifelt Anschluss an Menschen suchte. Obwohl er in seinem immerhin schon etwa fünfjährigen Leben wohl nur auf der Straße gelebt hatte, ist er vollkommen menschenbezogen und freundlich.
Er lässt sich ganz brav das Leinengeschirr anlegen und von mir zum Auto führen. Nur auf dem Weg zur Tiefgarage bekommt er vor den Autos Angst, die schnell an uns vorbei fahren. Obwohl er mich gar nicht kennt, sucht er Schutz bei mir und verkriecht sich zwischen meinen Beinen. Sicher hat er in Spanien in ständiger Angst vor den Autos gelebt – das hat ihm aber auch bestimmt das Leben gerettet, denn viele herrenlose Tiere werden überfahren.
Wir verabschieden uns von dem Flugpaten und dem neuen Besitzer der beiden Katzen und bringen Matuso ins Auto. Ich setze mich mit ihm nach hinten, da kann ich ihn beruhigen, wenn er Angst bekommt. Auf der Fahrt ist er ganz lieb, legt sich nur immer mal anders hin, kein einziger Ton kommt von ihm. Ich glaube, dieser Hund kann gar nicht bellen.
In Montabaur treffen wir uns mit einer Tierschutz-Kollegin, die Matuso zu seiner Pflegestelle bei Aachen bringen wird. Die beiden Töchter der Pflegestelle sind mitgekommen und nehmen ihren neuen Gast-Hund gleich
in Empfang. Wir verabschieden uns und fahren nach Hause, glücklich und aufgeregt, wie gut alles geklappt hat.
Glücklich, weil wir mithelfen konnten, dass drei Tiere, die bisher noch nichts Schönes in ihrem Leben erlebt haben, jetzt die Chance auf ein glückliches Leben bekommen!
Zwei Tage später erfahren wir noch von einem phantastischen Happy End: gleich am nächsten Tag, als die Pflegestelle mit Matuso Gassi ging, trafen sie eine Nachbarin, die eine alte Yorkshire-Hündin hat. Besitzerin und Hündin haben sich wohl sofort in Matuso verliebt und er hat dort gleich sein neues Zuhause gefunden. Wenn das nicht Schicksal ist?
Hintergrundinfo:
Hunde und Katzen werden in Südeuropa oft misshandelt, gequält, ausgesetzt oder in Tötungsstationen (in Spanien sogenannte „Perreras“) abgegeben, wenn ihre Besitzer ihrer überdrüssig geworden sind. Viele haben gar kein Zuhause und müssen sich auf der Straße durchschlagen und von Abfällen ernähren. Wenn sie Glück haben, finden sie eine von Tierfreunden eingerichtete öffentliche Futterstelle.
Weil die Tiere dort meist nicht kastriert werden, nimmt das Elend der herrenlosen Hunde und Katzen kein Ende.
Die Tierschützer vor Ort versuchen durch Kastrationsaktionen das Schlimmste zu verhindern, aber es ist ein Fass ohne Boden.
Natürlich versucht man, die Tiere primär in ihren Heimatländern zu vermitteln. Aber da es so viele gibt, sind die Tierschützer auch darauf angewiesen, ins Ausland, insbesondere nach Nordeuropa zu vermitteln. Ohne das, würden noch mehr Tiere sich selbst zu überlassen, was den Tod durch Verhungern, Autounfälle oder Misshandlung durch Menschen oder Abgabe in Tötungsstationen für sie bedeutet.
Ich arbeite in meiner Freizeit ehrenamtlich in verschiedenen Tierschutzprojekten mit, unter anderem für die Tierhilfe Anubis e.V. (www.tierhilfe-anubis.org). Zwei unserer drei Katzen stammen aus dem Tierschutz und sind ehemalige spanische Straßenkatzen. Es ist die reine Freude, zu sehen, wie aus ängstlichen menschenscheuen Tieren verschmuste glückliche Katzen werden, die endlich ihr Leben genießen dürfen!
Herzlichen Dank an Katharina für das Schreiben dieses Berichtes.
Bildquelle: Regina Kaute / pixelio.de
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 19. September 2011 um 16:39 Uhr


...dass Katzen abhängig von Aktivität, Alter und kastriert sein oder nicht im Schnit ca. 50kcal pro Kilogramm Körpergewicht und Tag benötigen? 